Vertiefende Informationen über HIPC und MDRI

 

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Fachinformation 10 - "Mehr scheinen als sein - die HIPC Initiative Ende 2006"

Die multilaterale Entschuldungsinitiative HIPC („Heavily Indebted Poor Countries Initiative") wurde 1996 geschaffen und 1999 wesentlich reformiert. 2005 wurde sie durch die „Multilateral Debt Relief Initiative" (MDRI) ergänzt. HIPC zielt darauf, den Schuldenstand der einbezogenen Länder auf ein von der Weltbank als tragfähig erachtetes Niveau abzusenken. MDRI gewährt den in HIPC einbezogenen Ländern darüber hinaus einen „vollständigen" Erlass ihrer Schulden bei drei multilateralen Gläubigern: beim IWF, bei der Weltbank-Tochter IDA und bei der Afrikanischer Entwicklungsbank. Ihre Bilanz fällt bis 2006 sehr zwiespältig aus.

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Fachinformation 11 - "Trittbrettfahrer im Internationalen Kreditgeschäft"

Mit der Umsetzung der Multilateralen Entschuldungsinitiative (MDRI) von 2005 in einigen HIPC-Ländern ist die Frage einer wiederum untragbaren Neuverschuldung von frisch entlasteten Ländern in den Fokus der internationalen Schuldendiskussion gerückt. Die Geber neuer untragbarer Kredite an solche Länder, werden von den Washingtoner Institutionen als „Trittbrettfahrer" (englisch: „Free Rider") bezeichnet. Die Internationalen Finanzinstitutionen versuchen, dem sich abzeichnenden Problem mit einem zentralen Instrument zu begegnen, dem „Rahmenwerk für Schuldentragfähigkeit" (englisch: „Debt Sustainability Framework", im Folgenden: „DSF"). Das DSF kategorisiert Empfängerländer nach ihrer relativen Schuldenbelastung und der Qualität ihrer Institutionen und ihrer Regierungsführung. Nach diesen beiden Kriterien wird dann festgelegt, ob Länder Zugang zu konzessionären Krediten, zu Kapitalmarktmitteln oder überhaupt nur zu verlorenen Zuschüssen bekommen sollen. Die Fachinfo befasst sich mit der sehr realen Gefahr, dass die unter HIPC und MDRI vereinbarten Schuldenerlasse gar nicht den zu begünstigenden Ländern, sondern alten und neuen Kreditgebern zugute kommen.

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erlassjahr.de Analyse: Folgen des MDRI-Beschlusses auf dem G7 Gipflel 2005

Sechs Jahre nach dem Kölner Gipfel, bei dem es letztmalig Bewegung in der Schuldenproblematik gab, haben sich die G7-Finanzminister am 10. Juni auf einen Kompromiss in Sachen Schuldenerlass verständigt. Es stellt sich die Frage, ob nach dieser Übereinkunft, die 100%-iger Erlass genannt wird, wirklich alle Probleme gelöst sind. Die folgende Analyse der Übereinkunft soll diese Frage im Detail beantworten und notwendige nächste Schritte bzw. Forderungen daraus ableiten.

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Überblick über die HPIC-Staaten:

Auf dem Kölner Gipfel 1999 haben die G8-Staaten auf Initiative der deutschen Bundesregierung und unter dem Druck zahlreicher

Die HIPC-Initiative umfasst derzeit 41 Länder, von denen ein Großteil in Afrika liegt (auf den Karten wird sich daher allein auf Afrika konzentriert):

Länder, die die erste Stufe der Voraussetzung erfüllen (sog. Pre-Decision-Point):
Eritrea, Kirgisische Republik, Komoren, Nepal, Somalia, Sudan

 

Länder, die eine gute Regierungsführung zeigen, haben die zweite Stufe erreicht (sog. Decision-Point):
Afghanistan, Côte d'Ivoire, Demokratische Republik Kongo, Guinea, Guinea-Bissau, Liberia, Republik Kongo, Togo, Tschad

 

Länder, die eine gute Regierungsführung auch umsetzten, haben die dritte Stufe erreicht (sog. Completion-Point):
Äthiopien, Benin, Bolivien, Burkina Faso, Burundi, Gambia, Ghana, Guyana, Haiti, Honduras, Kamerun, Malawi, Mali, Madagaskar, Mauretanien, Mosambik, Mauretanien, Mosambik, Nicaragua, Niger, Ruanda, Senegal, Sambia, São Tomé und Príncipe, Sierra Leone, Tansania, Uganda, Zentralafrikanische Republik