Irisches Kampagnenbündis fordert den Stopp der Bezahlung von Schulden der Anglo-Bank

Ein neu gegründetes Kampagnennetzwerk aus zivilgesellschaftlichen Organisationen in Irland forderte zum Start der Kampagne „Anglo: Nicht unsere Schulden!“ die Einstellung der staatlichen Zahlungen an Gläubiger der Pleite gegangenen „Anglo Irish Bank“ und an die „Irish Nationwide Building Society“. Auch das deutsche Entschuldungsbündnis erlassjahr.de unterstützt die neue Kampagne, die bereits am ersten Tag 100.000 E-Mails an die irische Regierung mobilisierte.

Dabei geht es zunächst um eine anstehende Zahlung von 3,1 Milliarden Euro, die im März fällig wird - eine Summe die man besser verwenden könnte: zum Beispiel entspricht das den Kosten mit denen man das gesamte irische Grundschulsystem für ein Jahr finanzieren könnte.

Das Netzwerk mit Mitgliedern aus Gewerkschaften, Gemeinden, kirchlichen Verbänden, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen, fordert den Zahlungsstopp als ersten Schritt auf dem Weg zur Abschreibung und Neuverhandlung ungerechter Schulden in Irland.
Ein Großteil der Schulden geht auf die staatliche Garantie für Privatbankenschulden aus dem Jahr 2008 zurück. Schuldscheine – Versprechen auf zukünftige Geldzahlungen an die Anglo-Bank also – im Wert von 30 Milliarden Euro in den kommenden 20 Jahren stehen aus. Das Bündnis schätzt, dass in diesem Zusammenhang in den nächsten zwanzig Jahren  Kosten von bis zu 80 Milliarden Euro  auf den Irischen Staat zukommen werden.

Die Kampagne betont dabei, dass eine Aussetzung dieser Zahlungen nicht mit einer Ansteckungsgefahr für das europäische Finanzsystem verbunden ist, da die Schulden mehrheitlich der irischen Zentralbank geschuldet werden und Anglo nicht zu den „Säulenbanken“ der irischen Finanzsystems  zählt.

Nessa Ní Chasaide, Mitarbeiterin der irischen „Debt and Development Coalition“, dazu: „Die  einheitliche Botschaft von Entschuldungsbewegungen aus Afrika, Asien und Lateinamerika ist, dass illegitime Schulden nicht zurückbezahlt werden sollten. Stattdessen braucht es eine Lösung, bei der Gläubiger für ihre Verantwortungslosigkeit geradestehen müssen und nicht die Rechte der Bürger der Angst vor den Märkten geopfert werden".

Weitere Informationen zu der Kampagne erhalten Sie hier auf unserer Internetseite - natürlich stehen wir auch persönlich für Rückfragen und zur Kontaktvermittlung bereit.

Für eine Berichterstattung wären wir sehr zu Dank verpflichtet!

Kontaktinformationen:

Sebastian Bonse
Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail: s.bonse (at) erlassjahr.de
Tel.: +49 211 46 93 211 / Mobil: +49 178 54 89 827

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