Donnerstag, 18. März 2010

 Neuer Schuldenreport 2010 in Berlin vorgestellt
Globale Schuldenkrise von Haiti bis Griechenland

 (Berlin, 25.02.2010) Die Weltwirtschaftskrise hat zahlreiche Staaten in eine neue
Schuldenkrise geführt. Darauf machen das Entschuldungsbündnis
erlassjahr.de und Kindernothilfe im Schuldenreport 2010 aufmerksam.
Betroffen sind Entwicklungsländer wie Kongo und Sudan, aber auch
europäische Länder wie Island und Griechenland. Besonders prekär ist die
Situation derzeit für Haiti. Das Land hatte bereits vor dem Erdbeben
Auslandsschulden im Umfang von 1,1 Milliarden US-Dollar.

„Den Ankündigungen, Haiti jetzt ohne Gegenleistungen zu helfen, müssen Taten
folgen“, so Frank Mischo, Schuldenexperte der Kindernothilfe. „Insbesondere
Kinder und Jugendliche benötigen dort einen nachhaltigen Aufbau vor allem von
Gesundheits- und Bildungseinrichtungen.“ Jürgen Kaiser, politischer Koordinator
von erlassjahr.de, fordert in diesem Zusammenhang ein stärkeres Engagement
der Bundesregierung: „Wir verlangen, dass die von den G7-Ländern zugesagte
Entschuldung Haitis zügig umgesetzt wird.“

In zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern hat die Weltwirtschaftskrise
zu einer massiven Staatsverschuldung geführt. Der Schuldenreport 2010 zeigt,
dass 60 Länder kritisch verschuldet sind, in weiteren 32 Staaten entwickeln sich
die Schulden-Indikatoren negativ. „Dieser riesigen Herausforderung dürfen wir
jetzt nicht mit den alten Strukturen, etwa dem Pariser Club, begegnen“, so Kaiser.
„Wir brauchen neue transparente und faire Verfahren, die Geber- und
Nehmerinteressen angemessen berücksichtigen.“

Die Autoren des Schuldenreports 2010 sind davon überzeugt, dass ein solches
Verfahren unter Beteiligung der Zivilgesellschaft künftige Krisen, etwa in
Griechenland, verhindern könnte. Jürgen Kaiser: „Gläubiger, die etwa
Griechenland locker mit Kapital versorgt haben, agieren erfahrungsgemäß
vorsichtiger, wenn sie ihre Ansprüche in einem rechtsstaatlichen Verfahren
verteidigen müssen.“