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24.11.2011
Podiumsdiskussion: "Was hat mein Handy mit dem Krieg zu tun?"

Es war ein bitterkalter Leipziger Montag, an dem sich Kristina Rehbein, Mitarbeiterin von erlassjahr.de, die kongolesische Botschafterin Madame Clèmentine Shakembo Kamanga und der Vorsitzenden des Vereins Lebendiges Kongo e.V., Dr. Dinanga Cingoma, als Gäste auf der Podiumsdiskussion „Was hat mein Handy mit dem Krieg zu tun?“ einfanden.
Die Veranstaltung am 14.11.2011 wurde organisiert von der jungen Micha-Gruppe Leipzig (Teil der Micha-Initiative Deutschland) und dem Verein Lebendiges Kongo e.V. - eingeladen hatte auch der Minister a.D. und MdB Wolfgang Tiefensee.
erlassjahr.de hatte dabei zum Themenschwerpunkt „Ausbeutung von Entwicklungsländern mit dem Fokus auf die Demokratische Republik Kongo“ ein gehöriges Wörtchen mitzureden – so kann die DR Kongo als ein Paradebeispiel für illegitime Schulden gelten, die in Zeiten der Diktatur Mobutus und des kontinuierlichen Bürgerkrieges entstanden sind.
In der Diskussion um die Ausbeutung von Ressourcen, sind die Themen verantwortliche Kreditvergabe und untragbare Neuverschuldung angesichts der gerade erst erfolgten Entschuldung des ressourcenreichen Landes wichtige Aspekte.
Auch Fragen, die Konsumenten in Deutschland betreffen, gehören in diesen Zusammenhang. Die Antwort auf die Frage, ob man beispielsweise besser „kein Handy“ mehr kaufen sollte, das Rohstoffe aus Konfliktgebieten wie der DR Kongo enthalten kann, hat direkte Auswirkungen für die Wirtschaft des Landes :
Werden, wie aktuell in der globalen Finanzkrise kaum Rohstoffe nachgefragt, sehen sich rohstoffabhängige Länder mit fehlenden Einnahmen konfrontiert. Dieses Geld fehlt dann auch um Schulden abzubezahlen oder Ausgaben für die Armutsbekämpfung aufrecht zu erhalten. Andererseits verschaffen Rohstoffe, die aus Kriegsgebieten gewonnen werden, den Kriegsparteien Einnahmen, wodurch wiederum Waffen finanziert werden können.
Speziell die DR Kongo traf die Finanzkrise angesichts ihrer starken Abhängigkeit vom Rohstoffexport besonders hart: so mussten in der vergangenen Zeit bereit über 70 Kupfer- und Kobaltminen schließen oder die Förderung reduzieren. Die hatte die Entlassung vieler Mitarbeiter in den Minen zur Folge und die Regierung des Kongos musste den Haushalt wegen fehlender Einnahmen um mehr als ein Viertel zusammenstreichen. Laut einer Studie des SÜDWIND-Instituts ist in diesem Zusammenhang auch die Kriminalität im bereits sehr fragilen Land rasant angestiegen.
Diskutiert wurde dabei unter anderem auch, das Engagement deutscher Unternehmen in Konfliktgebieten und dazu nötige Regulierungsmechanismen.
Weitere Informationen zur DR Kongo befinden sich übrigens auf unserer Länderseite.