Internationale Finanzinstitutionen: Die größten Gläubiger

Das Schuldenmanagement liegt fest in den Händen der Gläubiger. Sie entscheiden über mögliche Schuldenerleichterungen und bestimmen die Bedingungen, die an einen Schuldenerlass gekoppelt sind.

Internationaler Währungsfonds und Weltbank

Der IWF und die Weltbank spielen eine Schlüsselrolle im internationalen Schuldenmanagement. Sie bestimmen die Bedingungen für einen Schuldenerlass und seinen Zeitpunkt. Außerdem setzten sie die sogenannten Tragfähigkeitsgrenzen fest, die bestimmen, wie hoch die Schuldenlast oder der Schuldendienst sein darf. Besonders pikant dabei ist die Doppelrolle der beiden Institutionen. Sie nehmen die Rolle der Experten im internationalen Schuldenmanagement ein, während sie auch zwei der größten Gläubiger sind. Richter und Partei zugleich: Ist das fair?

Pariser Club
Die Mitglieder des Pariser Clubs sind die Regierungen der OECD Länder, zum Beispiel der USA, Großbritanniens und Deutschlands. Seit 1956 wird dort über mögliche Umschuldungen verhandelt. 85 Schuldnerländer haben bereits 404 Umschuldungsabkommen ausgehandelt (Stand 2009). Viele sogar mehrmals, wie der Senegal, der mit 13 Verfahren die Liste anführt. Die Schuldnerstaaten werden zwar angehört, von dem eigentlichen Entscheidungsprozess aber ausgeschlossen.

Londoner Club
Im Londoner Club haben sich die rund 1.000 Gläubigerbanken zusammengeschlossen. Mittlerweile sind neben Geschäftsbanken auch Fondsgesellschaften vertreten, die Staatsanleihen der Schuldnerländer halten. Im Londoner Club wird über die Umschuldung von privaten Forderungen verhandelt.