Düsseldorf, 05. Dez. 2003
Von Mobutu bis Saddam: Wer zahlt die Zeche?
Erstes Handbuch zum Thema "Illegitime Schulden" von erlassjahr.de
Die Initiative "erlassjahr.de - Entwicklung braucht Entschuldung"
hat gemeinsam mit dem INKOTA-netzwerk e.V. in Berlin und dem Philippinenbüro
e.V. in Essen, ein Handbuch zum Thema "Illegitime Schulden" herausgebracht.
Die Schulden vieler Entwicklungs- und Schwellenländer sind nicht immer
auf rechtmäßige Weise zustande gekommen. Manche Kreditgelder wanderten
direkt auf die Auslandskonten von Diktatoren, andere wurden in unsinnige
Großprojekte investiert. Im Handbuch von erlassjahr.de werden in
20 Artikeln die Kriterien für illegitime Schulden erklärt, Beispiele vor
Ort beschrieben, und die Möglichkeiten aufgezeigt, die es für eine Streichung
dieser Schulden geben könnte. Die Frage ist weniger, ob die betroffenen
Länder des Südens ihre Schulden bezahlen können, sondern ob sie sie bezahlen
müssen!
Auf über 60 Seiten behandeln die Autoren die Apartheidschulden in Südafrika,
die Schulden der Militärdiktatur in Argentinien oder - hochaktuell - Saddams
Hinterlassenschaft an sein Volk. Aber auch die leichtfertige Vergabe von
Krediten seitens der Gläubiger oder die unsinnige Verwendung der Gelder
- hier an Beispielen in Peru und Philippinen - werden erörtert. Das Handbuch
kostet 4,00 Euro (ab zehn Exemplaren 3,50 Euro) und kann im Düsseldorfer
Büro bestellt werden.
"erlassjahr.de" setzt sich seit Ende der 90er Jahre für die Einführung
eines Internationalen Insolvenzverfahrens für Staaten ein. Das Bündnis
hat über 1.000 Mitträger, unter ihnen entwicklungspolitische Organisationen,
kirchliche Hilfswerke wie Misereor, Brot für die Welt, Ev. Entwicklungsdienst
(EED), katholische Diözesen, evangelische Landeskirchen sowie zahlreiche
Dritte-Welt-Gruppen, Weltläden und Kirchengemeinden aus ganz Deutschland.
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Torsten Eßer
Öffentlichkeitsarbeit erlassjahr.de
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