Blog Action Day 2008 zu Armut

Der heutige Blog Action Day ruft Internetuser auf der ganzen Welt dazu auf über das Thema Armut zu debattieren. Doch was genau bedeutet eigentlich Armut?

Laut Wikipedia wird Armut auf der Grundlage sozioökonomischer Konzepte als Zustand gravierender sozialer Benachteiligung mit Folge einer „Mangelversorgung mit materiellen Gütern und Dienstleistungen“ verstanden. Armut kommt in dieser Form sowohl in Industrienationen als auch in Entwicklungs- und Schwellenländern vor. der ehemalige Präsident der Weltbank, Robert Strange McNamara, den Begriff der absoluten Armut eingeführt. Er definierte „absolute Armut“ wie folgt:
„Armut auf absolutem Niveau ist Leben am äußersten Rand der Existenz. Die absolut Armen sind Menschen, die unter schlimmen Entbehrungen und in einem Zustand von Verwahrlosung und Entwürdigung ums Überleben kämpfen, der unsere durch intellektuelle Phantasie und privilegierte Verhältnisse geprägte Vorstellungskraft übersteigt.“

Konkret bezogen sind diese Entbehrungen auf Nahrungsmittel, Gesundheitsversorgung, Infrastruktur (insbesondere Behausungen) oder Bildung. Menschen, die mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen müssen, können sich die genannten Grundbedürfnisse nicht leisten. Und viele Entwicklungsländer sind nicht in der Lage ihnen mit staatlichen Leistungen zu helfen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und reichen von der derzeitigen Nahrungsmittelkrise über gestiegene Rohstoffpreise bis zu Folgen der Klimaveränderung. Doch auch die Finanzwelt hat direkten Einfluss auf das Problem der Armut. Denn unabhängig von der derzeitigen Finanzkrise entscheiden gerade finanzielle Möglichkeiten über Auswege aus der Armut.

Doch viele Entwicklungsländer können sich noch immer keine ausreichende Unterstützung ihrer armen Bevölkerung leisten. Und ein Grund hierfür ist die oftmals erdrückende Schuldenlast. So muss zum Beispiel Haiti noch immer 1 Million US-Dollar pro Woche für seinen Schuldendienst, also Kreditrückzahlungen oder Zinsentilgung, ausgeben. Gleichzeitig hungert die Bevölkerung des Landes. Und dennoch ist Haiti, ebenso wie zahlreiche andere hochverschuldete Staaten, bis heute nicht in eines der Entschuldungsprogramme der Weltgemeinschaft aufgenommen worden. Dabei beweisen zahlreiche Beispiele, dass Schuldenerlasse positive Effekte haben:

  • In Mosambik konnten die Ausgaben für Armutsbekämpfung zwischen 1999 und 2006 mehr als verdoppelt werden. Ursächlich waren u.a. Gelder, die aus Schuldenerlassen stammten.
  • In Tansania hat die Regierung nach der Entschuldung die Grundschulgebühren abgeschafft. Danach stieg die Einschulungsquote von 57% (2000) auf 95% (2005) an.
  • 500.000 Kinder konnten in Mosambik geimpft werden, nach dem freiwerdene Gelder aus Schuldenerlassen in den Kauf von Medizin investiert wurden.
  • 20 Millionen Kinder mehr konnten im sub-saherischen Afrika eingeschult werden, ermöglicht durch Schuldenerlasse und Entwicklungshilfezahlungen.

Doch trotz aller Erfolge sind Schuldenerlasse weiterhin auch ein Politikum: ist ein Land auf der politischen Landkarte von großer politischer (wie z.B. der Irak) oder wirtschaftlicher (z.B. Nigeria) Bedeutung, können Schulden manchmal schnell und unbürokratisch erlassen werden. Doch ist ein Land, wie z.B. Haiti oder Laos, derzeit nicht im Mittelpunkt des weltpolitischen Interesses, können solche Verhandlungen ewig dauern. Die Menschen in diesen Ländern können jedoch nicht warten. Sie leiden täglich unter Armut.

erlassjahr.de setzt sich seit über 10 Jahren dafür ein, dass sich an dieser Situation etwas ändert. Mehr als 33 Milliarden US-Dollar wurden seither an Schulden erlassen und konnten im Rahmen der HIPC-Initiative für Armutsbekämpfung eingesetzt werden. Helfen Sie mit, dass dieser Betrag noch größer wird und sich somit das Leben der Ärmsten dieser Welt Stück für Stück verbessert.

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2 Kommentare zu “Blog Action Day 2008 zu Armut”

  1. Geld sparen um Armut zu bekämpfen am Blog Action Day 2008
    15. Oktober 2008 um 15:06

    [...] Armut bei Karma Konsum Projekte für Blog Action Day 2008 Über Armut bei Erlassjahr Armut und das Dilemma der Sozialen Arbeit Reichtum Geld Wohlstand Reich-Mut – Blog Action Day [...]

  2. Aktivismus klassischer Art: (1) Die Postkarte - Grüne Kraft für Europa - Wolfgang G. Wettach - http://gruene.wettach.org
    15. Oktober 2008 um 17:01

    [...] ist Blog Action Day zum Thema Armut – ein Weg des NewStyle-Aktivism den ich für die Werbung für eine OldSchool-Aktionsform nutzen [...]

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