Willkommen zu Geschichten der Schuldenkrise!

Ausstellungsdisplay - Titel Geschichten der Schuldenkrise

Schon lange ist in der deutschen Öffentlichkeit nicht mehr so intensiv von der Überschuldung von Staaten die Rede gewesen wie im Jahr 2012. Die faktische Pleite von Staaten in der Eurozone hat ein Thema vor unserer Haustür ankommen lassen, das die letzten drei Jahrzehnte als ein Problem der sogenannten „Entwicklungsländer" angesehen worden war: Im August 2012 jährte sich die Zahlungseinstellung Mexikos - und damit das Ereignis, das man als Beginn der modernen Staatsschuldenkrise bezeichnen kann - zum 30. Mal. Damals folgten auf diese Staatspleite viele weitere Länder - vor allem in Südamerika, später aber auch in Afrika und Asien.

Die Überschuldung von Staaten ist kein abstraktes Phänomen, auch wenn es vielen Bürgerinnen und Bürgern betroffener Staaten als etwas Fernes, nicht Beeinflussbares erscheint. Unter den Auswirkungen von Schuldenkrisen und den damit verbundenen (Spar-) Zwängen für eine Regierung leiden diejenigen am meisten, die durch Armut und fehlende soziale Absicherung ohnehin zu den verwundbaren Bevölkerungsgruppen gehören. Deswegen ist der Zusammenhang zwischen Schulden und Armut ein wichtiges Thema der Ausstellung.

Die Ausstellung ist keine wissenschaftlich erschöpfende Abhandlung. Vielmehr will Sie durch die nähere Betrachtung einzelner Ereignisse systemische Zusammenhänge sichtbar machen. Wenn es in den ausgewählten Länderbeispielen um Peru oder Bolivien geht, heißt das darum nicht, dass diese Länder Einzelfälle waren. Im Gegenteil: Wir haben diese Fälle stellvertretend für viele weitere Länder ausgewählt, die in den Sog der Schuldenkrise geraten sind.

Diese Internetseiten sollen Ihnen die Informationen aus der Ausstellung digital zugänglich machen und konstruktiv erweitern.
Wir haben uns bemüht, Insider-Sprache zu vermeiden. Wenn uns das nicht immer gelungen ist, wird das Glossar in der Anlage dieser Broschüre Ihnen hoffentlich weiterhelfen können. Für weitergehende Informationen können Sie natürlich auch jederzeit Kontakt mit uns aufnehmen.

Schulden sind kein Schicksal, das unabänderlich über die Völker hereinbricht, sondern Ausdruck von Macht- und Herrschaftsverhältnissen. Die Ausstellung enthält Geschichten, Erfahrungen und Ideen, dass und wie diese Verhältnisse verändert werden können. Ihr Engagement und Ihr größerer oder kleinerer Beitrag werden dazu dringend gebraucht.

 

Mit „Geschichten der Schuldenkrise“ zeigen wir Ursachen und Folgen staatlicher Schuldenkrisen. Wir stellen Lösungsansätze vor und betrachten mit welchem Erfolg sie in der Vergangenheit verfolgt wurden.